Der Beginn einer langen Freundschaft

Ein Herz und eine Seele
Beste Freunde sollen es sein: Die beiden Protagonisten, die durch zufällige Umstände plötzlich im selben Boot sitzen und von da an gemeinsam ihren Weg bestreiten.
Eine echte Freundschaft soll hier entstehen.
Steht zumindest so in den Plotnotizen.
Beim Schreiben kann jedoch schnell der Eindruck entstehen: „Die gehören halt jetzt zusammen. Nimm das hin, Leser!“

Gemeinsam mit anderen Schreibwütigen habe ich mehrere Aspekte von Freundschaft zusammengetragen und gefachsimpelt, wie sich diese in Geschichten einsetzen lassen, um glaubwürdige BFFs zu kreieren.

Die Basis
Noch bevor große Freundschaftsrituale vollzogen werden, braucht es passende äußere Umstände, weshalb deine Charaktere überhaupt an einem Strang ziehen. Welche gemeinsamen Ziele verfolgen sie, welche Motivation haben sie, zusammen statt allein ihren Weg zu bestreiten?
Nach dieser Grundsteinlegung kann eine Freundschaft durch kleinere Szenen vorbereitet werden, die sich auf einen der wichtigsten Aspekte von Freundschaft stützen: Die Gemeinsamkeiten.
Es bietet sich an, deinen Charakteren gleiche Interessen zu geben, gemeinsame Erlebnisse einzuflechten (ohne gleich von einer Extremsituation in die nächste zu stürzen) und sie einfach mal zusammen herzhaft lachen zu lassen. (Haha.)

Die Freundschaft vertiefen
Ist das Eis gebrochen, muss die Freundschaft in den Augen des Lesers auch aufrecht erhalten werden. Nun sollten auch tiefere Facetten von Freundschaft in deinen Handlungsstrang eingewoben werden:

  1. für einander einstehen
    Besonders in Konfliktsituationen sollten Charaktere für einander da sein und sich gegenseitig unterstützen. Gerade in der Anfangsphase sollte die Freundschaft erst einmal stabilisiert werden, bevor sie ins Wanken gerät.
  2. gegenseitiges Verständnis
    Gute Freunde akzeptieren einander: Macken und Schwächen sind bekannt und werden (bis zu einem gewissen Grad) toleriert. Beide wissen genau, wie der andere tickt und verstehen sich auch ohne … 😉
  3. Geheimnisse austauschen
    Vertrautheit zeigt sich vor allem durch den Austausch über Ängste, Probleme und frühere Erlebnisse. Dabei kann die Erkenntnis, sich ähnlicher zu sein, als man dachte, eine besonders innige Verbundenheit erzeugen: „Ich weiß, wie es dir geht, mir geht es genauso.“
  4. in schweren Momenten beistehen
    Trost zu spenden fällt mitunter nicht leicht. Dennoch zeigt sich besonders in solchen Situationen, wie nah sich zwei Charaktere stehen.
  5. sich verzeihen
    Zuletzt ist es nicht unerheblich, das beide trotz Konflikten sich gegenseitig verzeihen können. Denn sind wir ganz ehrlich: Wahre Freunde finden immer wieder zueinander.

Wenn euch selbst noch weitere Aspekte in den Sinn gekommen sind, mit denen man Freundschaft in Geschichten darstellen kann oder Hinweise, was dabei zu beachten ist – ich freue mich auf eure Kommentare 🙂

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. Eileen Blander sagt:

    Das ist eine Sache, die mir sehr schwer fällt, und die ich dieses Mal in meinem Projekt beachten möchte. Eine ganz entscheidende Sache fehlt aber meiner Meinung nach noch (die so offensichtlich ist, aber dennoch gern vergessen wird): die Zeit. Wenn man viel Zeit miteinander verbringt, wird man sich sehr wahrscheinlich anfreunden (der Mensch als soziales Tier und so …) Genauso ist aber auch wichtig, dass man den Figuren Zeit lässt, eine Freundschaft zu entwickeln. Es ist das, was du sagst: Nimm das hin, Leser, das ist Liebe/Freundschaft auf den ersten Blick.
    Das mit dem gemeinsam lachen gefällt mir. Ich habe viel zu wenig Unbeschwertheit und Humor in meinen Texten. Inzwischen habe ich so Kleinigkeiten in meine Notizen geschrieben wie: „A hält B auf dem Weg durch den Wald die Äste zur Seite“. Kleine Gesten sind, denke ich, auch sehr wichtig, Sympathie aufbauen.

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    1. Oh, solche kleinen Dinge sind wirklich nicht zu verachten! Danke 🙂

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  2. stiftundfederblog sagt:

    Was ich hin und wieder – besonders in Mangas – beobachte, ist das Modell einer Freundschaft, die auf (sportlicher) Rivalität aufbaut. Sie lebt von gegenseitiger Anerkennung der Talente/Fähigkeiten etc., dem Ansporn zu neuen Glanzleistungen und der damit verbundenen Weiterentwicklung. Man ist geeint in einem Ziel und hat durch das gegenseitige Sich-Beweisen einen Motor, der die Freundschaft „brummen“ lässt. Die Figuren können sich dabei mental, sozial und physisch entwickeln und man kann auch eine Prise Humor mit einbringen durch Triezen/Neckereien.

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    1. Das ist auch ein sehr spannender Aspekt, wobei ich ihn eher bei männlichen Protagonisten zu verwirklichen sehe als bei weiblichen. Jungs haben ja grundsätzlich ein stärkeres Wettbewerbsdenken 🙂

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      1. stiftundfederblog sagt:

        Gut, ich unterstelle den holden Damen auch, dass sie bspw. Karriere machen wollen. 😉 Als ein Beispiel für literarische Darstellung von weiblichem Wettbewerbsdenken würde ich einfach einmal „Mutter des Monats“ anführen.

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      2. Da musste ich jetzt wirklich lachen – ein amüsanter Gedanke!

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  3. Zur Basis sollt dazugehören, daß man ähnlich gestrickt ist. Etwa in der Sensibilität. Im Aussenseitertum. Im Suchen der Einsamkeit. In Der Freude an Büchern. In der Weise, wie man seine Eltern erlebt.

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