Den Schreibprozess vorbereiten #novelprep

Früher bin ich ja eher recht spartanisch mit der Planung und Ausarbeitung meiner Geschichte vorgegangen. Ein paar Notizen reichten aus und schon hab ich eifrig in die Tasten gehauen. Und bin dann ganz schnell stecken geblieben. Entweder waren die Umstände nicht genau durchdacht, die Figuren zu flach oder mir meine eigene Welt unbekannt.
Die Projekte waren zum Scheitern verurteilt.

Inzwischen habe ich jedoch sowohl in Schreibratgebern als auch auf verschiedenen Blogs ein paar sehr nützliche Tools kennengelernt, um Figuren und Welt besser kennen zu lernen, sich Schauplätze und Ereignisse zu visualisieren und bei all dem Buchstabenwust nicht den Überblick zu verlieren.

Welche Tools ich dazu verwende, will ich heute vorstellen:

Notizbuch 
Mein Notizbuch ist wie ein Lexikon für meine Geschichte. Hier stehen alle wichtigen und unwichtigen Fakten, die ich mir in meinem Kopf zu Figuren, Orten, Organisationen, Vergangenheit und Gegenwart einmal zusammengereimt habe.

Charakterbögen
Ich verwende hierzu am liebsten die Charchart, da sie sehr umfangreich auf Verhalten, Vergangenheit, Beziehungen und persönlichen Einstellungen eingeht. Also Dinge, mit denen ich mich kaum beschäftigt habe. Dieser Bogen hat mich bereits mehrfach zum intensiven Nachdenken über meine Charaktere gebracht.
Für meine Nebencharaktere verwende ich eine gekürzte Version.

Biografien
In Anlehnung an die Charakterbögen schreibe ich zu jedem wichtigen Charakter eine kurze Biografie. Das hilft, die einzelnen Fakten des Charakterbogens zu ordnen und genau zu wissen, wo die Figur steht, wenn die Handlung einsetzt. Zudem hilft es mir, mich emotional auf die Figur einzustellen.

Handlungsübersicht
Ich habe vor, meinen Plot in Form eines Zeitstrahls auf einem großen Bogen Papier zu visualisieren, auf dem ich alle wichtigen Ereignisse und auch all das, was hintergründig in der Geschichte passiert, festhalte. Ich denke, die Übersicht wird mir helfen, alles im Blick zu behalten, und das auch, wenn ich mal wieder dabei bin, mich zu verzetteln.

Bildbände
Ich habe vor, zwei kleine Bildbände anzulegen, um mir sowohl die Charaktere als auch Schauplätze der Geschichte besser vor Augen führen zu können. Bei Pinterest verliere ich immer den Überblick. Wenn ich die Bilder wie in einem Fotoalbum betrachten kann, kann ich mir schneller einen Gesamteindruck machen und eigene Ideen einfließen lassen.
Auf Stylefruits erstelle ich zudem für die wichtigsten Charaktere ein Outfit, um mir selbst vor Augen zu führen, wie ich mir Kleidungsstil und Auftreten der Figuren vorstelle.

 
Alle Tools sind bereits mehr oder weniger zum Einsatz gekommen. Bis Silvester will ich meine Vorbereitungen abgeschlossen haben. Mal sehen, ob ich das schaffe^^

Welche Tools verwendet ihr, um euch auf den Schreibprozess vorzubereiten?

Eure Alex

Photo by Pixabay

 

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8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Myriam sagt:

    Bewundernswert! Ich versuche jedes Mal wieder, brav Notizen zu machen und Scrivener nicht nur als Schreibmaschine zu nutzen – aber am Ende findet dann meistens doch der Großteil in meinem Kopf statt und ich finde die Zeit nicht, meine Gedanken sortiert festzuhalten. Gott sei Dank hat es bisher auch immer ohne geklappt, aber manchmal wünschte ich schon, ich wäre da so gut organisiert wie du!

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    1. Hallo Myriam,
      ich finde es bewunderswert, dass du das alles in deinem Kopf zusammenhalten kannst^^ Mein Gedächtnis ist viel zu löchrig, um immer alles auf dem Schirm zu haben 😛
      Liebe Grüße, Alex

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  2. Ella W. sagt:

    Hey Alex,

    ich denke das Notizbuch nutzt wohl fast jeder. Mir fällt bei mir jedoch immer wieder auf, das ich es nur nutze, wenn gerade kein PC in der Nähe ist. Ansonsten plane ich die Geschichte in Szenen. Die sind nicht länger als eine Word-Seite. Jede erhält einen Titel und damit kann ich dann von Szene zu Szene springen. Ich erhoffe mir dadurch einen flüssigen Schreibprozess und bei Bedarf auch eine schnelle Änderungsmöglichkeit.

    Für die Charaktere habe ich bisher eigene Bögen angelegt, aber ich werde mir deine auf jeden Fall mal ansehen. 😊

    Bilder sammel ich bei Pinterest. Dort kann ich pro Charakter, Welt und Wesen Ordner anlegen. Das finde ich mega praktisch und Pinterest schlägt auch sehr viel vor weshalb ich schon einiges gefunden habe, was mir so vielleicht unentdeckt geblieben wäre. 😉

    Liebe Grüße und viel Erfolg bis Silvester!

    Ella

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    1. Liebe Ella,
      ich hätte wohl genauer differenzieren sollen: Ich habe ein Notizbuch, wie es die meisten haben, in dem ich meinen Plot niederschreibe. Und halt noch ein zweites Lexikon-Notizbuch, dass wie ein allgemeiner Wissensspeicher fungiert, worin all jene Dinge stehen, die im Plot unerwähnt bleiben.
      Und danke, die Zeit wird schneller knapp, als ich gedacht habe 😀
      Liebe Grüße, Alex

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  3. stiftundfederblog sagt:

    Ich weiß jetzt nicht, ob man mich als Puristen oder Spontan-Kreativen bezeichnen würde, aber für meinen Schreibprozess brauche ich nur ein Notizbuch (ok, manchmal zwei) und meinen Laptop für das zweite Festhalten. Der Rest ist mein Output, der durch Input von allem, was mich umgibt, zustande kommt. Man könnte also von ziemlicher Kopfarbeit reden.
    Von daher ziehe ich einmal den Hut vor deiner Kombination aus Kreativität und Konstruktion. Das erklärt deine beachtenswerte Schreibqualität.

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    1. Vielen Dank für das Kompliment! 🙂
      Andererseits muss ich auch sagen: Hut ab vor so viel Kopfarbeit! Manchmal kommt mir mein Gehirn eher wie ein löchriges Sieb vor^^

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  4. Lysander sagt:

    Ich bin dabei, Verschiedenes auszuprobieren. Ich habe einen Charakterbogen angefangen auszufüllen und da mir nicht klar war, was ich mit dem restlichen Wust aus Informationen anfangen sollte, war ich dann zu faul für den Rest.
    Auf Papier habe ich Notizen zu den Hauptfiguren gemacht und ein bisschen von der Schneeflockenmethode ausprobiert. Als es zu sehr ins Detail ging, verließen sie ihn dann wieder. Ich hatte auch Sorge, danach dann das Gefühl zu haben, die Geschichte schon erzählt zu haben und deshalb habe ich den megaausführlichen Schritt übersprungen.
    Deshalb habe ich dann in einem Textdokument von OpenOffice mehr oder minder einfach losgelegt, solange mir noch freudig etwas einfiel. Dabei springe ich von Textbaustelle zu Textbaustelle. Ich habe diese mit einem Zeichen markiert, so dass ich schnell im Dokument suchen kann, wo noch etwas zu schreiben ist.
    Dann habe ich Sorge bekommen, den Überblick über die verschiedenen Szenen, die wichtigen Ereignisse und den Verlauf der Handlungsstränge zu verlieren und habe daher eine Tabelle angelegt, die mir eine Übersicht über die Szenen liefert.

    Für mich ist im Augenblick das Hauptproblem, dass ich nicht genug über meine Geschichte nachdenke und daher dann nichts zu tippen habe. Stattdessen lenke ich mich ständig davon ab und lese Schreibtipps. 😉

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    1. Hallo Lysander,
      deine Methode ist auf jeden Fall sehr offen und kreativ! 😀 Ich kenne auch andere, die eher sprunghaft an ihrem Buch arbeiten. Von daher kann man auch damit durchaus erfolgreich sein. Mein Problem ist dabei eher, dass ich Sorge habe, die Übergänge dann nicht gut hinzubekommen.
      Ich wünsche dir trotzdem weiter viel Erfolg! Vielleicht stößst du bei deiner Recherche ja noch auf den einen Tipp, den du für deine Arbeitsweise brauchst 🙂
      Liebe Grüße, Alex

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