Das Schreibseminar [Ratgeber-Rezension]

Das Schreibseminar – Vom Buchstabenchaos zum Sprachkunstwerk

von Andrea Fehringer und Thomas Köpf 51jyUnT6wmL._SX315_BO1,204,203,200_
(erfolgreiche Journalisten, Kolumnisten und Buchautoren, halten Vorträge und Schreibseminare in Wien ab)

18,60€
175 Seiten

Zusammenfassung
Das Buch gliedert sich in die drei Abschnitte Das Handwerk des Schreibens (zeigt, was du beim Schreiben vermeiden solltest), Der Aufbau einer Geschichte (bezieht sich auf das Schreiben von Kolumnen, Berichten, u.ä.) und Das Spiel mit den Worten (zeigt sprachlichen Kniffe und Stilmittel, um einen Text spannend zu schreiben, ihn aufzulockern, unterschwellige Aussagen einzuflechten etc.).

Alle Kapitel sind nach dem gleichen Muster aufgebaut: Zu Beginn zieht sich ein „So-nicht“-Beispiel über bis zu drei Seiten, das überüberspitzt verdeutlicht, wie man es nicht machen soll. Daraufhin folgt eine kurze, knackige Erklärung, auf was beim Schreiben zu achten ist und welche Auswirkungen das auf den Text hat. Das wird dann durch ein anschaulicheres Beispiel unterstrichen, wobei eine schlechtere Formulierung einer besseren gegenübergestellt wird. Abschließend finden sich eine bis drei Schreibaufgaben, durch die das Erlernte eingeübt werden soll. Am Ende des Buches findet sich eine ausführliche Übersicht mit möglichen Ergebnissen.

Beurteilung
Die „So-nicht“Beispiele sind entschieden zu langatmig, wenig anschaulich und auch nicht besonders amüsant. Dennoch habe ich mir überlegt, den einen oder anderen Text zu kopieren und als Anregung für mögliche „sprachliche Macken“ von Charakteren zu nutzen.

Die Hinweise aus dem ersten Abschnitt waren mir hauptsächlich bekannt (z.B. Drisch keine Phrasen), hilfreich waren die konkreten Beispiele, die auf versteckte „falsche“ Formulierungen hinweisen.
Der zweite Abschnitt zum Aufbau einer Geschichte war für mich unbrauchbar, da er keinen Bezug zum Romanschreiben enthielt.
Am interessantesten waren die Tipps im letzten Abschnitt: Anschaulich wird gezeigt, wie man mit kleinen Wortspielen mehr Schwung in einen sonst langweiligen Text bringen kann. Ab und zu wird auch erläutert, wie man sich solche Wortspiele erarbeitet. Meiner Meinung nach am ehesten hilfreich für das Schreiben in der Ich-Perspektive, sowie von Gedankenrede und Dialogen.

Die Schreibaufgaben sind relativ umfangreich und nicht mal kurz nebenbei zu bewältigen. Da ich mich lediglich theoretisch weiterbilden möchte, habe ich auf das Lösen der Aufgaben verzichtet.

Geeignet für alle, die sich Tipps zum Thema Ausdruck einholen und Formulierungsschwächen aufdecken möchten. Jedoch eben nicht mehr als „Tipps“, da alles sehr knapp, aber dadurch überschaubar und verständlich gehalten wird. Aufgrund der Beispiele mit Negativ-Positiv-Gegenüberstellung und den potentiellen Anregungen für Figurensprachen als Nebenbei-Lektüre zu empfehlen. Insgesamt enthält das Buch jedoch keine tiefgreifenden Ausführungen oder Anleitungen, gibt eher einen groben Überblick und richtet sich nicht direkt an Romanautoren. 

Auch erschienen unter dem Titel Die Kunst des Schreibens. Praxiskurs für Anfänger und Profis. 

Weitere Rezensionen findest du hier.

Photo by Pixabay

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7 Kommentare Gib deinen ab

  1. überüberspitzt. Verschreiber?

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    1. Nein, Absicht. Es ist wirklich krass überspitzt. Deshalb überbüberspitzt 😉

      Gefällt 1 Person

  2. Interessanter Beitrag, zumal es nicht so häufig Rezensionen zu Schreibratgebern gibt. Vielen Dank für die Vorstellung, ich werde mir auch die anderen noch anschauen. Mir gefallen auch deine Beitragsbilder sehr gut. Machst du sie selbst?

    Liebe Grüße,
    Sandra

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Sandra,
      danke! Die Ratgeber-Rezensionen sind sonst unter meinen Lesern nicht so beliebt, da freut mich so eine Rückmeldung umso mehr! Unabhängig davon werde ich weiterhin fleißig Ratgeber lesen und hier vorstellen, auch, um mich selbst an deren Inhalte regelmäßig erinnern zu können 😉
      Liebe Grüße, Alex

      Gefällt mir

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